Bierernst?!

Aberglaube rund um das Thema Bier zum Freitag den 13.

Liebe Paraskavedekatriaphobier, am besten bleibt ihr jetzt ganz ruhig, atmet tief ein und nehmt erst mal einen großen Schluck vom Original ... ach was, greift gleich zum Aventinus. Die Lage ist ernst. Ein Freitag der 13. steht vor der Türe: Freitag, der 13. April 2018. Paraskavedekatriaphobie ist übrigens die Angst vor eben diesem Tag, der voller Unglück, Wahn und Aberglaube steckt...

Beim Thema Aberglaube kann das Bier nicht weit entfernt sein. Ob als kreativitätssteigerndes Mittel oder Narkotikum – Bier-Mythen begleiten seit jeher jede zünftigen Bier-Runde. Hier ein kleiner Überblick an absurdem Stammtisch-Wissen:

Schon die Väter unseres Bieres waren sich sicher, dass an einem missglückten Biersud nur eine sogenannte Bierhexe schuld sein konnte. Wer auch sonst. Auf den Scheiterhaufen mit ihr. Gottlob wurde irgendwann der Hopfen entdeckt, der den Brauvorgang um einiges stabiler machte und vielen Hexen das Leben schenkte. Der Bestand an Hexen war im 16. und 17. Jahrhundert doch arg minimiert worden, was es nicht immer einfach machte, ein passendes Weibsbild für den Scheiterhaufen zu finden.

Den Dreh mit dem Bierbrauen hatten unsere Vorfahren irgendwann raus und das Reinheitsgebot war geboren. Aber die Lagerung. Auch so eine Schlüsselstelle, die ein bisschen Hokuspokus verlangte. Blitz und Donner sind bekanntlich die großen Feinde des Bieres. Darum legt man rund um die Bierfässer jede Menge Nesseln – auch Donnernesseln genannt. Sie schützen Bier vor schwefeligen und sauren Dünsten, die während eines Gewitters auftreten. Denn das Gewitter fürchtet die Nesseln, wie der Teufel den Weihrauch.

Waaaaaaaaaaahhhhh.......

Hilft zwar nicht bei Gewitter, aber trotzdem einen Versuch war folgendes wert: Den Relikten Hingerichteter wurde im Volksglauben eine große Heil- und Wunderkraft zugeschrieben. So wurden Fingerknochen und Penisse in die Bierfässer gehängt, damit der Gerstensaft keinen Schaden nahm, wohlschmeckender wurde und sich leichter verkaufen ließ. Na Prost-Mahlzeit.

Apropos Verkaufen. Wusstet ihr, dass das erste Bier eine Jungfrau holen muss, damit es sich besser verkauft? Alternativ muss die erste Maß von einem Fass gleich ausgetrunken werden, damit selbiges passiert – falls ihr euch schon mal gefragt habt, warum jedes Bierzelt mit dem O’zapfen und Leeren der Krüge beginnt. Jaha... wir Brauereien wissen schon auch, was die Götter milde stimmt.

Wenn wir schon im Bierzelt sind: Das Anstoßen gilt übrigens als höchster Vertrauensbeweis. Gerade im Mittelalter gehörte es zum guten Ton, einen leidigen Zeitgenossen mittels Gift ins Jenseits zu befördern. Gerne im Bier untergemischt. Darum stieß man mit den massiven Krügen so heftig an, dass das Bier in den Krug des Nebenmannes schwappte. Wer nicht anstieß, war höchst verdächtig. Also obacht beim nächsten Bierzeltbesuch. Vor allem, wenn er auf einen Freitag den 13. fällt. Der nächste ist übrigens im Juli.

Bis dahin werdet ihr vielleicht Eltern. Wer in Norddeutschland daheim ist, veranstaltet nach der Geburt seines Kindes einen zünftigen Umtrunk. Natürlich nicht zum Spaß. Die vom Vater ausgegebenen Getränke sollen das Neugeborene angeblich beim Wasserlassen unterstützen. Wir hätten dazu auch was im Sortiment. Also für die Väter und Mütter natürlich. Der Umtrunk zu Ehren des Neugeborenen heißt übrigens Pullerparty.

Wir glauben nicht mehr an die ganzen Mythen, aber wer weiß, vielleicht hat unser Braumeister auch ein paar geheime Rituale, die unser Bier so wahnsinnig lecker machen?

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