Geniessertipps

Sommelierwissen: Der Hopfen - eine aromatische Angelegenheit

Hopfen gehört ins Bier, er gibt ihm das typische Aroma. Das weiß eigentlich jeder. Dass Hopfen nicht gleich Hopfen ist, wissen dagegen eher wenige. Die Unterschiede die es hier gibt, sind wirklich enorm. Beschäftigen wir uns zu allererst einmal mit der Frage: Was ist Hopfen eigentlich? Hopfen gehört zu den Hanfgewächsen und wird seit ca. 600 Jahren zum Bier brauen verwendet. Er wird oft als Heilpflanze bezeichnet, er enthält eine beruhigende Wirkstoffe und wird bei Schlafstörungen, Magen- und Verdauungsproblemen sowie Zyklusstörungen verwendet. Es gibt zwei Arten, den Bitterhopfen und den Aromahopfen.  Wie der Name sagt, enthält der Bitterhopfen mehr Bitterstoffe (Alphasäure) und verhilft dem Bier zu einer Grundbittere. Der Aromahopfen – das Tüpfelchen auf dem i – gibt dem Bier den letzten Schliff. Er besitzt zwar nicht so viele Bitterstoffe, dafür jedoch sehr viele verschiedene ätherische Hopfenöle. Aus diesem Grund werden beim Brauen, beide Arten so gut wie immer zusammen verwendet.

Man sieht ihm sein Alter kaum an: bis zu 50 Jahre alt können Hopfenpflanzen werden.
Aber dennoch jederzeit Bierspezialitäten eine besondere Frische verleihen.

Zweite Frage: Wo kommt der Hopfen her? Zu den weltweit größten Anbaugebieten gehören die Hallertau (Bayern), Tettnang (Baden-Württemberg) und Saaz (Tschechien). Im Wuchs geht die Pflanze bis zu 12 m am Eisendraht hoch, täglich wächst sie teilweise bis zu 30 cm. Im August/September werden die Felder abgeerntet, der Hopfen wird getrocknet. Anschließend wird er überwiegend zu Pellets verarbeitet. In modernen Brauereien wird hauptsächlich dieser gepresste Hopfen verwendet, nur noch wenige Traditionsbrauereien brauen mit den Hopfendolden. Die Pelletsverwendung bringt hauptsächlich logistische Vorteile und erleichtert auch die Lagerung. Gepresster Hopfen beeinflusst die Bierqualität in keinster Weise.

Dieser deutsche Kupferstich von 1864 setzt die Hopfenernte symbolisch mit dem Kreislauf der Lebensalter in Verbindung ... und das passt nicht schlecht, da sicher die Hopfenranken (von oben betrachtet) immer im Uhrzeigersinn winden.

Die deutsche Biersorte, die sofort mit Hopfen in Verbindung gebracht wird, ist das Pils. Jever beispielsweise ist relativ herb und das richtige Bier, für alle die es hopfig wollen. Man misst die Bittere in Bittereinheiten (BE). Ein durchschnittliches Pils hat ca. 30 BE, Weißbier liegt bei 12-18 BE. Jedoch gibt es auch Ausreißer: Das Schneider Weisse TAP5 Meine Hopfenweisse wartet mit knapp 40 Bittereinheiten auf und hat ein tolles Saphir-Hopfen-Aroma nach Grapefruit und Mango. Im Ausland gibt es Biere mit weit über 100 BE. Hier sticht beispielsweise das schottische Brewdog Nanny State heraus, das zwar nur 0,5 % Alkoholgehalt hat, jedoch mit 225 Bittereinheiten ein Hopfenhammer ist. Der Bierstil Indian Pale Ale (durchschnittlich 60 – 100 BE) ist grundsätzlich auch sehr hopfenbetont. Bei der Herstellung werden diesem Bier nach der Gärung weitere Hopfendolden zugefügt, um das Aroma noch intensiver zu formen.

 

Sollten ihr selber einmal Interesse an hopfenbetonten Bieren haben, gibt es neben denen, die oben erwähnt wurden, hier noch eine kleine Auflistung:

 

Brauerei Schönram - Bavarias Best IPA

Camba Bavaria - Camba IPA

Flying Dog Brewery - Double Pale Ale

BrewDog - Punk IPA

Sierra Nevada - Torpedo Extra IPA

Schneider Weisse Tap5 Feierabend

Unsere Empfehlung

Da wärt Ihr sicher auch selbst drauf gekommen - unsere Hopfenbombe ist eine Lehrstunde in hopfigem Hochgenuss:

TAP5 Meine hopfenweisse

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